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24. Juli 2020

Kollektivvertrag österreich gebäudereinigung

Filed under: Allgemein — @ 02:45

In den 2000er Jahren sahen sich die österreichischen Gewerkschaften zunehmend mit der Notwendigkeit konfrontiert, aufgrund einer Kombination von Faktoren – insbesondere dem Mitgliederrückgang und der finanziellen Schwäche – vor allem im Zuge der Enthüllungen über die Beteiligung des ÖGB am Finanzdebakel um seine ehemalige Bank BAWAG PSK – zu fusionieren. Als Folge der BAWAG-Krise war der ÖGB 2006 gezwungen, alle Anteile an der Bank zu verkaufen. Seitdem sind die Mitgliedsbeiträge der Gewerkschaftsmitglieder die einzige Einnahmequelle für den ÖGB und seine Mitgliedsgewerkschaften. Mit den jüngsten Restrukturierungs- und Zusammenführungsprozessen wurde Österreichs Gewerkschaftsstruktur unter dem Dach des ÖGB im Vergleich zu den späten 1990er Jahren deutlich gestrafft. Innerhalb von zehn Jahren wurde die Zahl der dem ÖGB angeschlossenen Gewerkschaften von 14 auf sieben Gewerkschaften reduziert. Seit 2009 hat es keine nennenswerten Entwicklungen gegeben. Der Gesetzgeber hat ein amtliches Verfahren, eine Verlängerungsverfügung (Satzungserklärung), vorgesehen, bei dem ein Tarifvertrag (oder ein Teil davon) auf im Wesentlichen gleiche Arbeitsverhältnisse ausgedehnt werden kann, die nicht durch eine Vereinbarung abgedeckt sind. Eine Erweiterungsverfügung erlässt das Bundesschiedsgericht auf Antrag einer Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerorganisation, die vertragsfähig ist. In der Praxis ist ein solches Verfahren relativ ungewöhnlich, da es nur wenige Beschäftigungsbereiche gibt, die nicht unter einen Tarifvertrag fallen. Teilzeitarbeit in Österreich ist gesetzlich (Arbeitszeitgesetz) als jede Beschäftigung definiert, bei der die vereinbarte Wochenarbeitszeit im Durchschnitt unter der gesetzlich, tarifvertraglich oder baulichen Regelarbeitszeit liegt. Nach dem Günstigkeitsprinzip können Tarif- und Betriebsvereinbarungen nur eine kürzere normale Arbeitszeit vereinbaren. Seit 2007 (Änderung des Arbeitszeitgesetzes) wurde ein erhöhter Lohnsatz von 25 % für zusätzliche Arbeit (auch innerhalb der normalen Arbeitszeit) eingeführt.

Zusätzliche Arbeit wird bis zur Grenze der normalen Arbeitszeit (40 Stunden pro Woche) definiert, daher beginnen die Überstundenvergütungssätze in der Regel über die 40-Stunden-Grenze hinaus, so dass die Änderung einen verbesserten Lohnsatz für Teilzeitarbeit unterhalb der 40-Stunden-Grenze eingeführt hat.

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